Kaluga-Reise war ein Erfolg

Die Presse über Medical Equipment GmbH

Neuss-Grevenbroicher Zeitung, 20.04.2005
„Kaluga-Reise war ein Erfolg“

Rhein-Kreis Neuss. Jochen Spicker hatte „zuerst Vorbehalte“, doch jetzt ist der Geschäftsführer der Holzheimer Medical Equipment GmbH „wirklich begeistert“. Spicker, Netzwerk-Partner diverser Medizingeräte-Hersteller, gehörte zu den Teilnehmern einer Reise in die russische Region Kaluga südwestlich von Moskau, die vom Rhein-Kreis Neuss und seiner Wirtschaftsförderung organisiert worden war (die NGZ berichtete).

Die erste Bilanz fällt etwa bei Spicker durchaus zufrieden stellend aus. Er hat diverse Kliniken besucht, ist von deren Direktoren und Chefärzten „sehr herzlich“ aufgenommen worden – und hat bereits eine Absichtserklärung mit dem Regionalminister für Medizintechnik und soziale Entwicklung, Yury Kondratyev, unterzeichnet. Konkret geht es um eine Service- und Vertriebsstelle, die mit russischen – in Deutschland weitergebildeten – Ingenieuren besetzt werden soll., die Ultraschall-Doppler, endoskopische Apparate oder Beatmungs- und Narkosegeräte warten und verkaufen. Hintergrund: Es hätte keinen Sinn defekte Technik eigens zur Reparatur nach Deutschland zu transportieren. „Die russischen Wissenschaftler sind ausgezeichnet. Wir glauben an die Sache und sind gern bereit, da etwas zu tun. In drei Wochen sind weitere Gespräche geplant“, kündigt Jochen Spicker an.

„Die Kaluga-Reise war ein Erfolg“, berichtet auch der Neusser Rolf Schmolz, der noch in Moskau weilt. Der geschäftsführende Gesellschafter der Hydraulik-Union GmbH in Düsseldorf, die auch das Unternehmen Simpex im Gewerbegebiet Bonner Straße unterhält, gerät geradezu ins Schwärmen angesichts der ökonomischen Entwicklung. „Wir sind seit elf Jahren in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion tätig, und während die Umsätze in Deutschland gerade einmal stagnieren, verzeichnen wir hier ein Plus von 40 bis 50 Prozent pro Jahr“, so Schmolz. Sein aktuellstes Beispiel: Hans Kaspar Schnitzler, Geschäftsführer des Elektronik-Dienstleisters BEA-TDL GmbH und ein Teilnehmer der Reise, hat ein viel versprechendes Geschäft im Gewerbepark von Kaluga angebahnt, der gerade ausgebaut wird. Es geht dort um die Installation einer großen Luftverteilungsanlage.

Angesichts solcher Ausblicke fühlen sich Landrat Dieter Patt und sein Wirtschaftsförderer Jürgen Steinmetz in ihrer Initiative, mit Unternehmern nach Kaluga zu reisen, bestätigt. „Wir hatten nach dem Treffen von Präsident Putin und Bundeskanzler Schröder natürlich einen idealen Zeitpunkt erwischt und konnten zeigen, dass alles, was Politik und Wirtschaft machen, eine Adresse hat – nämlich die lokale Ebene“, so Patt. Auch die Tatsachen, dass die Deutsche Botschaft in Moskau die Delegation begleitet und das Bundeswirtschaftsministerium die Reise bezuschusst hat, sind für den Landrat Zeichen der Anerkennung des von ihm eingeschlagenen Wegs.

„Russland steh erst am Anfang einer langen Entwicklung, und wir wollen als Türöffner für die Unternehmen dienen, die dort Verbindungen knüpfen möchten“, so Patt, dem unter anderem die Aufmerksamkeit des russischen Fernsehens sicher war. Bei einem von rund 700 Zuhörern besuchten „Businessforum“ nutzte er die Chance zur Präsentation des Standorts und ließ erstmals die auch in Russisch erschienene Wirtschaftsbroschüre über den Rhein-Kreis Neuss im interessierten Publikum verteilen.

„Wir werden die Zusammenarbeit mit Kaluga verstärken“, versprach Jürgen Steinmetz nach der Rückkehr der 25-köpfigen Gruppe. Dass das Land Nordrhein-Westfalen eine eigene Repräsentanz in Moskau eröffnet habe, verdeutliche die Bedeutung dieses Marktes. Dr. Anatolij Artamonov und Maxim Akimov, Gouverneur beziehungsweise Bürgermeister von Kaluga, unterstrichen ihr Interesse4 an einer Vertiefung des Erfahrungsaustauschs. Im Herbst erhalten sie im Rhein-Kreis die Chance, ihre Region vorzustellen. (Thilo Zimmermann)